Berufsunfähigkeitsversicherung – welche Absicherung sich lohnt

Die Fähigkeit selbst für den Lebensunterhalt zu sorgen ist eine der wichtigsten Eigenschaften. Entsprechend umfassend sollte eigentlich deren Absicherung aussehen. Leider nehmen viele Haushalte die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht ernst. Dabei zahlt sich ein angemessener Schutz im Ernstfall aus. Die Erkenntnis sich hier engagieren zu müssen, ist aber nur der erste Schritt. Viel schwieriger wird die Suche nach der passenden Versicherung.

Das Problem: Mittlerweile werden Dutzende unterschiedlicher Tarifmodelle auf dem Markt für BU-Versicherungen angeboten. Ein Umstand, der es mitunter sogar Experten schwer macht, den Überblick zu behalten.

Dabei unterscheiden sich nicht nur die Leistungen der einzelnen Tarife und Gesellschaften mitunter beträchtlich. In den Versicherungsbedingungen verbergen sich Klauseln, welche die BU-Versicherung für Versicherte zum russischen Roulette machen. Bestes Beispiel ist der Einschluss eines abstrakten Verweisungsrechts. In vielen neuen Tarifen nicht mehr enthalten, kann es in älteren Vertragswerken durchaus noch auftauchen – sehr zum Nachteil der Betroffenen. Denn im Leistungsfall kann der Versicherer unter dem Hinweis auf die Verweisungstätigkeit das Erbringen der BU-Rente verweigern.

Ein Umstand, den man aus Sicht der meisten Experten nicht tatenlos schultern sollte. Wird die Absicherung gegen das Risiko der Berufsunfähigkeit auf diese Weise doch lückenhaft. Und kann den geweckten Ansprüchen in der Praxis nicht mehr gerecht werden. Wie lassen sich solche Klippen umschiffen? Einer der ersten und wichtigsten Schritte für den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist und bleibt der Vergleich zwischen den einzelnen Gesellschaften.

Sicherheit statt niedriger Beitrag

Für viele Haushalte ist der Vergleich vor allem damit verbunden, die Prämien der einzelnen Versicherer nebeneinanderzuhalten. Grundlegende Probleme, welche durch diese zu einfache Sichtweise auf die BU-Versicherung entstehen, bleiben unbeachtet. Dabei ist gerade vor dem Hintergrund möglicher Folgen einer Berufsunfähigkeit die richtige Absicherung wesentlich. Und diese entsteht nicht etwa durch eine niedrige Prämie, sondern umfassende Leistungen, die der Lebenssituation des Versicherten entgegenkommen.

Um die Gesellschaften miteinander vergleichen zu können, ist es unbedingt erforderlich, die unterschiedlichen Leistungsbausteine genauer zu prüfen. So zeigt bereits die unterschiedliche Ausgestaltung der Nachversicherungsgarantie, wie vielfältig die Angebote sein können. Insbesondere Singles und Familien müssen in diesem Zusammenhang sehr genau prüfen, welche BU-Versicherung am besten zu ihnen passt. Ist die Nachversicherung nur auf wenige Ereignisse beschränkt, gilt etwa nur bis zum 45. Lebensjahr und erlaubt nur geringe Änderungen der Leistung, ist von einer Unterschrift eher abzuraten. Es muss in diesem Zusammenhang klar sein, was zur eigenen Situation passt und mit welchen Veränderungen noch zu rechnen ist.

Die Suche nach der optimalen Absicherung gegen Berufsunfähigkeit ist durchaus vergleichbar mit der Suche nach einer Nadel im Heuhaufen. Denn es ist nicht nur die Nachversicherungsgarantie oder der Umgang mit dem Verweisungsrecht. Besonders Details können in vielen Bereichen der BU-Versicherung die Gesellschaften unterscheiden. Bestes Beispiel hierfür sind die Rentenhöhen, ab denen Versicherer von Antragstellern zusätzliche Gesundheitsuntersuchungen verlangen. In einigen Fällen reicht bereits die Absicht eine Monatsrente von 2.000 Euro abzusichern, um ein gesondertes ärztliches Zeugnis zum Antrag beisteuern zu müssen.

Kleine Details – große Wirkung

Es ist aus diesen Gründen durchaus sinnvoll, sich für die Entscheidung sehr genau mit den einzelnen Tarifen auseinanderzusetzen. Welche Punkte spielen hier eine dominante Rolle? Grundsätzlich gilt für den Vergleich, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung als Endalter für den Vertrag mindestens das 65. Lebensjahr vorsehen sollte. Diverse Tarife basieren leider noch auf anderslautenden Klauseln und werden der Lebenswirklichkeit der Versicherten nicht gerecht, von denen ein Großteil bekanntlich bereits bis 67 arbeiten muss. Darüber hinaus ist es durchaus nicht falsch, konkret nach Tarifen zu suchen, in denen über einen begrenzten Zeitraum die Beitragsfreistellung verlustfrei möglich ist.

Hintergrund. Einige Gesellschaften sehen in den Versicherungsbedingungen zwar die Beitragsfreistellung vor, knüpfen an die Wiederaufnahme der Beitragszahlung aber eine Gesundheitsprüfung – mit den bekannten Nachteilen. Kommt die Versicherung dem Versicherten an dieser Stelle entgegen, kann deutlich flexibler in Zeiten finanzieller Not reagiert werden.

Leistungen, wie die Wiedereingliederungs- oder Soforthilfe, sind zwar eine nette Geste und sicher in den Augen vieler Haushalte ein Grund für den Abschluss. Diese Leistungsbausteine spielen für den Schutz gegen die Berufsunfähigkeit allerdings keine Rolle. Vielmehr ist es angebracht, diese Form des „Sahnehäubchens“ vorerst außer Acht zu lassen. Stattdessen sollten sich interessierte Verbraucher darauf konzentrieren, einen umfassenden Schutz für die eigene Zukunft und die Familie aufzubauen.

Tipp: Immer wieder stößt man in diversen Quellen auf den Hinweis, nach Policen mit einer Verjährungsfrist von 5 Jahren für Anzeigepflichtverletzungen zu suchen. Dies führt schnell in die Irre. Denn die Verjährungsfrist ist kein Obolus der Unternehmen, sondern gesetzlich im VVG (Versicherungsvertragsgesetz) für Fahrlässigkeit so festgeschrieben. Arglistige Anzeigepflichtverletzungen verjähren jedoch erst nach zehn Jahren.

Es kann sich übrigens für den späteren Leistungsfall rechnen, die Gesundheitsfragen eines genaueren Blicks zu würdigen. Je konkreter die Gesellschaften in ihren Fragen werden, umso weniger ist mit Ärger wegen verletzter vorvertraglicher Anzeigepflichten zu rechnen. Bleiben die Versicherer hier dagegen ungenau und „schwammig“, kann sich später Ärger aus dieser Tatsache ergeben. Fragen, etwa nach anderen Erkrankungen als den bisher genannten- ohne einen zeitlichen Rahmen vorzugeben – fallen in diese Kategorie. Es ist aus Sicht der Versicherungsnehmer schwer einzuschätzen, wie weit die Fragestellung in die Vergangenheit zurückreicht.

Zusatzversicherungen aus dem Weg gehen

Wer sich für den Schutz gegen Berufsunfähigkeit interessiert und selbst oder vielleicht mithilfe eines Maklers nach passenden Tarifen sucht, muss Spreu und Weizen voneinander trennen. Das Öfteren wird man in diesem Fall eine Kombination aus Sparvertrag und Risikoschutz angeboten bekommen. Eine Verknüpfung, die man in den meisten Fällen meiden sollte. Die Berufsunfähigkeitsversicherung eine reine Risikoversicherung und sollte dies auch bleiben. Durch die Verbindung mehrere Versicherungen miteinander kann es im schlimmsten Fall dazu kommen, dass der Schutz wegfällt und man in höherem Alter sich neu um eine entsprechende Sicherheit bemühen muss.

Von diesem Kurs sollte man auch dann nicht abweichen, wenn Gesellschaften mit einer Steuerersparnis punkten wollen, welche sich beispielsweise aus der Kombination einer Basisrente und BUZ oder der Verbindung mit einer betrieblichen Altersvorsorge ergibt. Die Besteuerung wird in der Auszahlungsphase nachgeholt. Zudem sind diese Kombinationen mit weiteren Nachteilen für den Versicherten verbunden.

Tests und Ratings nutzen

Neben all den Versicherungs- und Tarifbedingungen, mit denen sich Antragsteller für ihre Berufsunfähigkeitsversicherung unbedingt vertraut machen sollten, rechnet sich auch der Blick über den Tellerrand. Verbraucherorganisationen wie Stiftung Warentest und diverse Unternehmen beschäftigen sich mit der Analyse und Bewertung von Versicherungsprodukten. Letztere können für die Suche nach der passenden BU-Absicherung eine echte Hilfe sein.

Weisen Test- und Ratingergebnisse doch mitunter auf Schwächen im Versicherungsschutz hin, die so von den Versicherten nicht zu erkennen sind. Letztlich schärfen diese Untersuchungen den Blick für wesentliche Details und Punkte, die besondere Beachtung im Rahmen der Antragsformalitäten genießen – wie die Tragweite der Gesundheitsfragen.

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