Beitragshöhe in der gesetzlichen Unfallversicherung

Unternehmer, die per Gesetz zur Tragung der Beiträge für die gesetzliche Unfallversicherung verpflichtet sind, haben natürlich ein berechtigtes Interesse daran, im Vorfeld deren Höhe näherungsweise abschätzen zu können. Aufgrund der Tatsache, dass die Bemessung aber erst nach Abschluss des Kalenderjahres erfolgt, ist dies eher schwierig.

Zumal auf die Beitragshöhe nicht nur das Umlagesoll Einfluss hat. Auch die pro Kalenderjahr gezahlten Arbeitsentgelte sowie die Gefahrklasse spielen in der Beitragsbemessung eine Rolle.

Rechenbeispiel (für BG N): Angenommen, ein Unternehmen beschäftigt nebst Unternehmer insgesamt 5 Angestellte, die auf ein Arbeitsentgelt von insgesamt 212.500 Euro kommen. Eingeordnet wurde der Betrieb in die Gefahrtarifstelle 17 (Herstellung von Süßwaren, wie Kakao, Schokoladen usw. Von den 5 Angestellten ist 1 Beschäftigte für das Büro zuständig (Arbeitsentgelt: 36.890 Euro), der Rest arbeitet in der Produktion.

Daraus würde sich für das Jahr 2011 folgende Ausgangsposition ergeben:

  • Gefahrklasse (alle Unternehmensbereiche außer Büro): 3.2
  • Gefahrklasse (Büro):  0.5
  • Beitragsfuß Hauptumlage: 0,4230
  • Beitragsfuß Lastenverteilung nach Neurenten (LVN): 0,0150
  • Beitragsfuß Lastenverteilung nach Entgelten (LVE): 0,1640

Legt man diese Verteilungsschlüssel auf die Unternehmensbereiche/ die erzielten Entgelte an, ergibt sich ein Gesamtbeitrag für das Unternehmen von 2.588,88 Euro, von denen 2.455,08 Euro auf die Umlage zur gesetzlichen Unfallversicherung (2.377,06 Euro f. Produktion; 78,02 Euro f. Büro) und 133,80 Euro auf den Lastenausgleich entfallen.

Hinweis: Für die Beitragserhebung in der gesetzlichen Unfallversicherung gilt ein Mindesbeitrag, dessen Höhe nach § 161 SGB VII durch die Satzung der UV-Träger bestimmt wird. Unterschreitet der errechnete Beitrag für ein Unternehmen diesen Mindestbeitrag, wird er automatisch erhöht, Betriebe zahlen also pro Jahr wenigstens diesen Betrag. Für die BG N (Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel) lag der Mindestbeitrag im Jahr 2011 bei 50 Euro.

Unternehmer, welche die Höhe des Beitrags für die gesetzliche Unfallversicherung in etwa einschätzen wollen, können zumindest für die vergangenen Jahre grobe Näherungswerte wie im Beispiel berechnen und daraus zumindest eine Größenordnung ableiten.

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