Vergleich der privaten Unfallversicherung

Ein umfassender Unfallschutz besteht nicht nur aus der Sicherheit am Arbeitsplatz, sondern im Wesentlichen aus einer Absicherung von Haus, Garten und Freizeit. Versicherer werben damit, dass ihre Produkte genau diese Ansprüche erfüllen. Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen aber regelmäßig, wie weit Anspruch und Wirklichkeit auseinanderliegen können.

Problematisch ist dabei aber, dass die Qualität der Vorsorge sich erst im Ernstfall zu erkennen gibt – wenn es für die meisten Betroffenen längst zu spät ist. Verbraucher- und Versicherungsexperten raten daher regelmäßig zu einem Vergleich infrage kommender Tarife, um den optimalen Rund-um-Schutz aufbauen zu können. Nicht selten wird der Vergleich, welcher Experten vorschwebt, allerdings mit dem reinen Preisvergleich aus dem Alltag verwechselt.

Ein Fehler mit schwerwiegenden Folgen. Denn Leistungen kosten Geld. Und wer als Versicherungsnehmer an der falschen Stelle spart, muss sich über Enttäuschungen nicht wundern. Es bleibt die Frage, wie ein Vergleich zur privaten Unfallversicherung generell auszusehen hat? Damit sich Spreu und Weizen voneinander trennen, darf nicht nur der Beitrag eine Rolle spielen – viel mehr kommt es auf die Leistungen an. Generell ist im Fall der Unfallversicherung die Invaliditätsleistung das Kernelement und damit auch ein wesentliches Kriterium für den Vergleich.

Hinzu kommt ein angemessener Todesfallschutz, um eine entsprechende Vorauszahlung abzudecken. Je nach Alter kann dies eine Unfallrente und der eine oder andere Zusatzbaustein sein, welcher aus Sicht des Versicherten den Unfallschutz komplettieren soll – wie der Einschluss von Bergungskosten oder tauchtypischen Unfällen.

Erst, wenn man für die eigenen Rahmenbedingungen den Unfallschutz festgelegt hat, sollte man den Vergleich mehrere Tarife anstellen. Entweder nutzt man hierfür die gängigen Möglichkeiten des Internets. Oder sucht alternativ nach Testergebnissen diverser Verbraucherorganisationen, die zur individuellen Lebenssituation passen. Sich hier anschließend für den günstigsten Anbieter zu entscheiden, ist aber immer noch nicht angebracht. Wo möglich, ist der prüfende Blick in die Versicherungsbedingungen ratsam. Verstecken sich hier nicht nur gängige Ausschlüsse für die Unfallversicherung, auch weitergehende Einschränkungen sowie ein Entgegenkommen der Unternehmen – etwa bei der kundenfreundlichen Anrechnungen einer Mitwirkung von Vorerkrankungen – tauchen an dieser Stelle auf.

Letzten Endes können es die kleinen Details sein, welche im Vergleich der Unfallversicherung den Ausschlag geben. Vor einem Fehler sollte man sich als Verbraucher aber hüten: Zusatzbausteine in die Unfallversicherung aufnehmen, ohne die grundlegenden Leistungsbereiche angemessen versichert zu haben.

Hinweis: Für den Vergleich zur Unfallversicherung sind nicht nur die Leistungen der Gesellschaften interessant. Breitensportler müssen bei einigen Unternehmen damit rechnen, dank ihrer Hobbys tiefer in die Tasche zu greifen. Es rechnet sich deshalb, auch diesem Bereich die nötige Aufmerksamkeit zu widmen.

Die Lebenssituation berücksichtigen

Unfallversicherungen bieten häufig ähnliche Leistungen. Auf den ersten Blick mag dieses Argument stimmen. Betrachtet man die einzelnen Gesellschaften mit ihren Tarifen genauer, fallen Unterschiede auf, die im Detail zu suchen sind. Und nicht nur auf der Seite der Leistungen muss man nach dem optimalen Tarif suchen. Was häufig vergessen wird, ist die Tatsache, dass die individuelle Lebenssituation eine wesentliche Rolle spielt.

So müssen ältere Versicherungsnehmer andere Leistungen für den wirksamen Unfallschutz berücksichtigen als junge Erwachsene. Dies schließt nicht nur die Höhe der Invaliditätsleistung ein, sondern auch die Bedeutung von Pflegeleistungen und Haushaltshilfe. Fehlen diese Punkte einer Unfallversicherung, mit der man nach dem Renteneintritt vorsorgen will, ist die Versicherung eher von zweifelhaftem Wert.

Teure Zusatzbausteine oft nicht sinnvoll

Mit der privaten Unfallversicherung haben Singles, Familien – aber auch Senioren – die Möglichkeit, für den Ernstfall vorzusorgen. Eine Tatsache, die nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass Tarife zur Unfallversicherung aus Sicht vieler Verbraucherexperten erst zu einem späteren Zeitpunkt berücksichtigt werden sollten. Nur dort, wo keine anderen Vorsorgeinstrumente in Frage kommen – etwa weil Vorerkrankungen den Ausschluss zum Beispiel in der Berufsunfähigkeitsversicherung bedeuten, kann die Unfallpolice eine prominente Stellung einnehmen.

Abzuraten ist aber von einer vorschnellen Entscheidung und ohne Rücksicht auf die versicherten Zusatzbausteine. Gerade in Komfort-Tarifen tauchen mitunter Leistungen auf, deren Nutzen fraglich erscheint. Ein Krankenhaustagegeld klingt im ersten Moment verlockend, ergänzt den Schutz im Ernstfall aber selten wirkungsvoll. Genauso ist fraglich, inwiefern Pflegeleistungen aus der Unfallversicherung mit einer separaten Police aus diesem Bereich konkurrieren können.

Gerade für den Vergleich mehrerer Unfallversicherungen ist es daher angebracht, sich in erster Linie auf die Kernleistungen dieses Vorsorgeinstruments zu konzentrieren und für diesen nach einer umfassenden Absicherung zu suchen. Und noch einen zusätzlichen Hinweis sollten Verbraucher nach der Haltung vieler Experten im Auge behalten – Leistungsausschlüsse und –beschränkungen.

Leistungsausschlüsse gewinnen an Bedeutung

Wie wichtig Ausschlüsse in der Unfallversicherung werden können, zeigt sich erst im Ernstfall. Dabei geht es nicht nur um bekannte Einschränkungen, die zum Versagen der Leistung durch den Versicherer führen. Vielmehr empfiehlt es sich, im Vergleich eingehend nach entsprechenden Klauseln und Formulierungen zu suchen. So kann der Versicherer unter anderem die beitragsfreie Fortführung des Vertrags für Kinder versagen, wenn Eltern zum Todeszeitpunkt ein festgeschriebenes Alter erreicht haben. Nur ein Problem, dem Versicherungsnehmer begegnen können.

Und wer langfristig mit der Unfallversicherung vorsorgen will, ist gut beraten, Einschränkungen bezüglich der maximalen Laufzeit zu prüfen. Gilt der Vertrag nur bis zu einer bestimmten Altersgrenze oder werden Leistungen an Altersgrenzen gekoppelt, kann sich die ursprünglich günstige Versicherung letzten Endes als Hindernis erweisen.

Kundenfreundlichkeit ist mehr als Service

Bleibt noch ein letzter Punkt, der im Vergleich zwischen mehreren Unfallversicherungen den Ausschlag geben kann – die Kundenfreundlichkeit. Dabei geht es nicht nur um den reinen Service und die Erreichbarkeit der Versicherungsgesellschaft. Vielmehr lohnt es sich an dieser Stelle, nach Anhaltspunkten für den Umgang der Unternehmen mit Kunden im Leistungsfall zu suchen.

Leider zeigen Erfahrungen, dass Versicherungsgesellschaften sich zwar über jeden Kunden freuen und mit umfangreichen Leistungen werben, im Ernstfall aber das Visier fallen lassen. Die Folge ist eine Ablehnung des Leistungsanspruchs und mitunter ein langer Rechtsstreit. Dabei sind – wie Fälle aus der Praxis zeigen – die Versicherer mitunter der Meinung, dass die Beweislast beim Versicherten bzw. dessen Hinterbliebenen liegt.

Auch wenn Gerichte anders urteilen – wo hohe Leistungssummen ins Spiel kommen, kann Ärger drohen. Interessierte Verbraucher haben daher sicher keinen Nachteil zu erwarten, wenn sie Gesellschaften auch unter diesem Aspekt unter die Lupe nehmen – etwa durch Erfahrungsberichte anderer Kunden.

Fazit: Der Versicherungsvergleich ist nicht nur im Rahmen der Berufsunfähigkeits- oder Lebensversicherung angebracht. Auch wenn es um den Unfallschutz geht, ist eine ähnlich umfassende wie akribische Vorbereitung der Grundstein, auf dem die Vorsorge ruht. Besonders die Tatsache, dass die Versicherer teilweise individuelle Ausschlüsse in den Versicherungsbedingungen festschreiben und auch die Bedingungen für den Leistungsanspruch erheblich variieren können, macht den Tarifvergleich sinnvoll. Darüber hinaus hier noch ein Tipp: Um eine teure Überversicherung zu vermeiden, lohnt es sich, den vorhandenen Versicherungsschutz mit in den Vergleich einzubeziehen.

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